Ohne Abwehr, ohne Chance bei den Löwen
Bei der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel sagte Rúnar Sigtryggsson noch, wo es für seine Mannschaft im Duell bei den Rhein-Neckar Löwen ankommen wird. Der Isländer betonte die Wichtigkeit der Defensive, um den Favoriten ärgern zu können. Seine Mannschaft vermochte das am Samstagabend nicht umzusetzen. Und zwar von Beginn an nicht. So stand die HSG Wetzlar in der SAP-Arena auf verlorenem Posten. Mit 27:41 (15:23) kassierten die Mittelhessen eine deftige Auswärtsklatsche in der Handball-Bundesliga.
Der Spielverlauf
Solange die HSG Wetzlar im Angriff noch hochprozentig traf, war es eine ausgeglichene Begegnung. Die Grün-Weißen waren aber auch auf eine gute Abschlussquote angewiesen, um dem Favoriten Paroli bieten zu können, weil sie von Beginn an keinen Zugriff in der Deckung fanden. Bis zum 12:13 in der 20. Minute war der Tabellenvorletzte dran, weil insbesondere Philipp Ahouansou aus dem Rückraum sowie die beiden Außenspieler Ahmed Nafea und Cyrill Akakpo gut in Form waren. David Späth, der deutsche Nationaltorhüter im Trikot der Rhein-Neckar Löwen parierte bis zu seiner Auswechslung keinen Wurf. Erst der für Späth zwischen die Pfosten gerückte Mike Jensen wehrte erstmals Bälle ab. Weil sich die Gäste in der Schlussphase des ersten Durchgangs aber nicht nur Fehlwürfe, sondern urplötzlich auch einige Fehlpässe leisteten, entglitt ihnen diese Partie in Windeseile. Bis zur Pause legten die Hausherren, die viel zu einfach zu ihren Treffern kamen, einen 10:3-Lauf hin und hatten damit im Grunde schon alles entschieden.
Nach Widerbeginn lief es für die Domstädter zunächst etwas besser. Mehrmals kamen sie bis auf fünf Treffer heran (19:24, 36.; 21:26, 39.; 24:29, 43.). Es schien zumindest möglich, die Niederlage in Grenzen zu halten. Doch nach dem 25. HSG-Treffer zum 25:31 durch Stefan Cavor in der 45. Minute gesellte sich zu den Defensivproblemen nun auch eine gravierende Angriffsschwäche. Bis zum Ende der Partie erzielten die Wetzlarer nur noch zwei Treffer. Das lag zum einen an etlichen Unterzahlsituationen durch Zeitstrafen, zum anderen an vielen Fehlwürfen. Mike Jensen schwang sich zu 15 Paraden und einer Quote von 50 Prozent auf. So war keine Ergebniskosmetik möglich. Ganz im Gegenteil: Die HSG Wetzlar kassierte eine deftige Pleite.
Das sagt Trainer Rúnar Sigtryggsson
„Wir hatten uns das ganz anders vorgestellt und hatten uns was anderes vorgenommen. Unser Abwehrverhalten war heute ein Tiefpunkt. Wir haben am Donnerstag ein wichtiges Heimspiel gegen Stuttgart und müssen das bis dahin wieder viel besser hinbekommen. Wir werden uns morgen Früh im Training treffen und sprechen, wie wir das hinbekommen. Wenn wir weiterhin so in der Abwehr spielen, werden wir keinen Punkt mehr holen. Zum Spiel: Die Löwen waren in allen Bereichen besser. Zu Beginn halten wir noch gut mit – zumindest im Angriff. Dann kommt Mike Jensen ins Spiel und hat aus unserer Sicht einfach zu viele Paraden.“
Der Ausblick
Schon am Donnerstag geht es für die HSG Wetzlar in der Bundesliga weiter. In der heimischen Buderus Arena empfangen die Mittelhessen um 19 Uhr den TVB Stuttgart. Für diese wichtige Partie gibt es noch Stehplatzkarten. Die sind entweder online unter tickets.hsg-wetzlar.de oder auf der HSG-Geschäftsstelle in der Buderus Arena erhältlich.
Das Stenogramm
Rhein-Neckar Löwen: Jensen (ab 19.), Späth – Larson (1), Timmermeister, Nothdurft (2), Jacobsen, Sandell (2), Heymann, Steenaerts (2), Moré (2), Groetzki (4), Thrastarson (15/8), Baijens (1), Aspenbäck (5), Kohlbacher (6).
Wetzlar: Suljakovic (20. bis 30.), Palicka, Hendawy (ab 54.) – Vistorop, Kirschner (2/2), Mappes (4/1), Theiß (1), Simic (2), Ahouansou (7), Akakpo (3), Schoch (1), Müller, Spandau, Löwen (1), Cavor (1), Nafea (5).
Schiedsrichter: Cesnik/Konrad (Gummersbach) – Zuschauer: 11.156 – Zeitstrafen: 10:14 Minuten.










