„Positive Aspekte“ trotz Niederlage
Nichts zu holen gab es für die HSG Wetzlar am späten Sonntagnachmittag im Auswärtsspiel der Handball-Bundesliga bei den Füchsen Berlin. Beim Debüt des neuen Trainers Rúnar Sigtryggsson unterlagen die Mittelhessen dem Deutschen Meister mit 28:35 (13:19).
Der Spielverlauf
Für die Wetzlarer begann die Partie zunächst mit einem Verletzungsschock. Im zweiten Angriff knickte Linksaußen Ahmed Nafea beim Wurf um und konnte das Feld nur gestützt verlassen. Wie schwerwiegend die Sprunggelenksverletzung ist, müssen weitere Untersuchungen Anfang der Woche zeigen. Sigtryggsson hatte genau eine Trainingseinheit mit seinen neuen Schützlingen. Deswegen waren seine Veränderungsoptionen gering. Was offensichtlich war: Er ließ die 6:0-Deckung defensiver agieren. In der Positionsabwehr sah das auch lange Zeit deutlich stabiler aus – auch wenn der Angriffswirbel der Füchse natürlich extrem schwer zu verteidigen ist. Die meisten Probleme hatten die Gäste aber mit dem schnellen Umschaltspiel des Meisters, der nach elf Minuten mit 9:5 vorne lag. Als dann in der Folge Torwart Anadin Suljakovic mehrfach glänzend parierte, bot sich den Grün-Weißen die Chance zu verkürzten. Sie schafften es aber nur bis auf 7:9 heranzukommen (15.), weil sie unter anderem einen Siebenmeter vergaben und sich technische Fehler leisteten. Apropos technische Fehler: Davon unterliefen den Wetzlarern im zweiten Teil des ersten Durchgangs zu viele. Und wenn es in der Bundesliga eine Mannschaft gibt, die das gnadenlos bestraft, dann sind das die Füchse, die mit einem irren Tempo das Feld überqueren und so zu einfachen Treffer kommen. Mit einem 7:3-Zwischenspurt zogen die Berliner auf 16:10 davon (25.). Ein Sechs-Tore-Vorsprung, der auch zur Pause beim 19:13 Bestand hatte.
Im zweiten Durchgang enteilten die Hausherren zunächst auf 27:18 (44.). Zu diesem Zeitpunkt hatte Sigtryggsson bei seinem Premierenspiel schon einige Varianten unter Wettkampfbedingungen getestet. Problem Nummer eins in dieser Phase war, dass die Positionsabwehr nicht mehr so griffig war. Problem Nummer zwei war die Chancenverwertung. Gleich mehrfach parierte Füchse-Schlussmann Dejan Milosavljev gegen völlig freistehende Wetzlarer. Aber nach diesem deutlichen Neun-Tore-Rückstand zeigten die Gäste Nehmer-Qualitäten und kämpften um jedes Tor. Weil zudem Suljakovic wieder mehrere Wurfversuche der Hauptstädter entschärfte, konnten die in ihren schwarz-pinken Trikots auflaufenden Grün-Weißen beim 25:30 (51.) durch den achtfachen Torschützen Philipp Ahouansou erstmals wieder auf fünf Treffer herankommen. Die Berliner, bei denen Top-Star Mathias Gidsel trotz Schulterproblemen zehn Treffer erzielte, ließen sich den Erfolg aber nicht mehr nehmen. Am Ende hieß es 35:28 für den Favoriten. Doch trotz der Pleite nehmen die Mittelhessen einige positive Aspekte mit nach Hause.
Das sagt Trainer Rúnar Sigtryggsson
„Wir ziehen schon einige positive Aspekte aus diesem Spiel. Wir hatten uns einige Sachen vorgenommen. Es war klar, dass nicht alles klappen würde. Aber die Einstellung bei den Jungs hat gestimmt. Sie haben nie aufgegeben. Wir sind uns einig, dass wir darauf aufbauen können für unser Heimspiel am Sonntag gegen Eisenach.“
Der Ausblick
Am kommenden Sonntag steht das letzte Heimspiel des Kalenderjahres an. Am 4. Advent empfängt die HSG Wetzlar um 18 Uhr in der Buderus Arena den ThSV Eisenach. Es gibt für dieses Duell noch Stehplatzkarten. Die sind entweder online unter tickets.hsg-wetzlar.de oder auf der HSG-Geschäftsstelle in der Buderus Arena erhältlich.
Das Stenogramm
Berlin: Ludwig (n.e.), Milosavljev (10 Paraden) – Darj (3), Arino (1), Gröndahl (7/4), Lichtlein (4), Gidsel (10), Freihöfer (1), Cehte, Pichiri (3), Langhoff (2), Herburger, West av Teigum (2), Günther, Marsenic (2).
Wetzlar: Suljakovic (14 Paraden), Hendawy (bei zwei Siebenmetrern) – Grahovac, Vistorop, Mappes (2), Simic (6/2), Ahouansou (8), Akakpo, Schoch, Weimer (1), Müller (2), Löwen (3), Zacharias (2/1), Cavor (4), Nafea.
Schiedsrichter: Leon Bärmann/Nico Bärmann (Landau/Lampertheim) – Zuschauer: 8217 – Zeitstrafen: 8:10 Minuten.










