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Keine grün-weißen Punkte beim Vizemeister!

In 46 Bundesligaduellen konnten die Wetzlarer Jungs noch nie einen Punkt in Flensburg holen, das sollte sich auch heute nicht ändern. Die HSG Wetzlar zeigt eine kämpferische Leistung, aber verliert letztlich mit 25:27 bei SG Flensburg-Handewitt.

Bild: Ingrid Anderson-Jensen

Für Anton Lindskog war es ein „besonderes Spiel“. 2016 war er aus seiner Heimatstadt Kristianstad nach Wetzlar gewechselt, bevor es im Sommer in den Norden zog. Der schwedische Kreisläufer bildete von Beginn an den Mittelblock gemeinsam mit dem deutschen Nationalmannschaftskapitän Johannes Golla. Der Kader der Flensburger war dezimiert, der Vizemeister trat ohne die beiden Trainer Maik Machulla und Mark Bult, Kreisläufer Simon Hald, Spielmacher Jim Gottfridsson, Rechtsaußen Hampus Wanne und Magnus Röd an. Trotzdem hatte der Vizemeister eine schlagfertige Truppe zusammen, die den Wetzlarer von Anfang an Sorgen bereitete.

Den Flensburgern waren weder die internationale Partie in Bukarest noch die Ausfälle anzumerken. Von Beginn an agierten sie aggressiv und keineswegs müde. So waren erst wenige Sekunden gespielt als Emil Jakobsen das erste Mal traf. Die Wetzlarer Jungs hielten aber besonders in Form von Stefan Cavor immer wieder dagegen und Anadin Suljakovic zeigte gleich mehrere Paraden. Vorne waren die Abschlüsse allerdings zu ungenau, sodass Jakobsen zum 4:2 (9.) treffen konnte. Beide Mannschaften legten dann richtig los und zogen das Tempo an, sodass innerhalb kürzester Zeit der 8:7-Anschluss von Felix Danner fiel. (15.)

Ben Matschke nahm beim ersten Drei-Tore-Rückstand die Auszeit und schwor seine Schützlinge nochmal ein: „Bleibt kompakt, sonst machen wir es uns unnötig schwer.“  Mit einem schönen Schlagwurf fand dann Magnus Fredriksen die Lücke und verkürzte zum 11:8 (22.). Mit zwei Treffern von Lenny Rubin zwangen die Grün-Weißen die Flensburger zur Auszeit. Auch wenn in der Offensive nicht alles gelang, nahm sich Emil Mellegard in der 28. Minute ein Herz und schoss einfach aus dem Rückraum zum 13:11. Der Flensburger Vorsprung blieb aber weiter bestehen und Emil Jakobsen erzielte mit seinem fünften Treffer den 15:12-Pausenstand.

Im zweiten Durchgang legte Matschke schon nach zwei Spielminuten die grüne Karte und beruhigte seine Männer nach ein paar hektischen Szenen und technischen Fehlern seines Teams. Die individuelle Klasse des Champions-League-Teilnehmers zeigte sich immer wieder und die Flensburger zogen zum 17:13 davon. Die Grün-Weißen stemmten sich mit Paraden von Suljakovic und Rubins Toren dagegen, aber die Norddeutschen fanden besonders von Außen immer wieder die richtigen Antworten. Chancen zum Verkürzen konnten die Grün-Weißen nicht verwandeln, sodass Einarsson mit einem Gewaltwurf zum 20:17 treffen konnte (40.).

Die Wetzlarer Jungs fanden in der Offensive wenige Mittel gegen eine stabile Abwehr der Flensburger, sodass sie zehn Minuten keinen Torerfolg aus dem Spiel heraus erzielten konnten. Lenny Rubin, der am Ende des Tages sieben Tore erzielte, verkürzte zum 19:23. (46.)  Rubin war es dann auch, der zum 23:21 traf und somit zehn Minuten vor Schluss nochmal etwas Spannung in die Partie brachte. Es entwickelte sich ein reines Kampfspiel, aber immer dann, wenn der grün-weiße Funken aufleuchtete, überzeugten die Flensburger.

Fünf Minuten vor Schluss gab Matschke nochmal letzte spielerische Anweisungen. Letztlich konnten seine Grün-Weißen aber nicht mehr spielentscheidend verkürzen. Schließlich beendete Emil Mellegard das muntere Toreschießen nach einem Pass von Rubin mit seinem vierten Treffer zur 25:27-Niederlage.

Am Adventssonntag standen Ex-Wetzlarer  Benjamin Buric und Anadin Suljakovic teilweise gleichzeitig auf der Platte. Beide bosnischen Torhüter haben ihre Karriere beim RK Maglaj begonnen und ihre ersten Bundesligaschritte unter Jasmin Camdzic gemacht, der seit zehn Jahren an der Seitenlinie der Wetzlarer steht.

Jetzt gilt es die weiteste Heimreise der Saison anzutreten, bevor die Grün-Weißen am kommenden Donnerstag zum HC Erlangen reisen und dann am Sonntag die MT Melsungen zum Hessen-Derby empfangen.

Topscorer Lenny Rubin nach der Partie: „Wir haben in der ersten Halbzeit zu viel Respekt vor Flensburg und kommen nicht gut rein und sind zu zurückhaltend. Wenn man in Flensburg gewinnen möchte, muss man die freie Würfe reinwerfen. Das gibt Flensburg dann viel Energie. Heute war schon ein kleiner Dämpfer, wir hatten eine gute Chance und waren gut drauf. Jetzt müssen wir aufstehen und wollen zwei Punkte aus Erlangen mitnehmen.“

Stenogram:

SG Flensburg-Handewitt: Buric, Möller - Golla (3), Hubke, Svan (3), Meyer-Siebert, Steinhauser, Mensah Larsen (3), Sogard (2), Müller, Jakobsen (7/4), Mensing (2), Einarsson (6), Lindskog (1)

HSG Wetzlar: Klimpke, Suljakovic - Feld (n.e.), Srsen, Nyfjäll (1), Danner (1), Weissgerber (n.e.), Holst (3/3), Fredriksen (1), Forsell Schefvert (4), Mellegard (4), Rubin (7), Novak (2), Cavor (2).

Nächstes Spiel

10.02.2022 - 19:05 Uhr
Buderus Arena Wetzlar

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