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Starke Reaktion: HSG Wetzlar siegt in Göppingen

Bild: Jürgen Weber Photodesign

Die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar haben am Gründonnerstag eine starke Reaktion auf die Niederlage im Abstiegsgipfel gegen GWD Minden gezeigt. Im ersten Spiel nach der Entlassung von Ex-Coach Horvat siegten die Mittelhessen beim Europapokal-Viertelfinalisten Frisch Auf! Göppingen mit 28:26 (11:10) und sicherten sich so zwei enorm wichtige Zähler im Kampf um den Klassenerhalt.

„Das tut der Seele extrem gut. Wir sind so froh, dass wir mal wieder zwei Punkte holen konnten. Das ist vor der längeren Osterpause ein sehr gutes Gefühl“, sagte der starke Rückraumspieler Hendrik Wagner nach der Partie bei Sky. „Es war für uns ganz wichtig nach der Niederlage gegen Minden und dem Trainerwechsel eine Reaktion zu zeigen.“

Nach der Trennung von Horvat hatten zwei Tage vor dem Spiel Jasmin Camdzic und Filip Mirkulovski die Wetzlarer Mannschaft übernommen und gemeinsam auf die schwere Aufgabe in der sogenannten „Hölle Süd“ vorbereitet. „Wir müssen dort stabil im Kopf bleiben und aggressiv dagegenhalten“, war die Vorgabe der beiden Coaches an das Team, das zwar mit einem schönen Kempa-Treffer von Domen Novak (1:1, 2. Min.) ins Spiel startete, ansonsten die Anfangsphase allerdings verschlief. Es fehlten die Lösungen im Angriffsspiel gegen eine kompakte Göppingen Deckung. Immer wieder lief Wetzlar ins Zeitspiel, kam so unter Druck und machte Fehler, was die Hausherren schnell zu einer 4:1-Führung nutzen – allen voran durch Treffer von Nationalspieler Marcel Schiller.

Doch die Gäste ließen sich nicht verunsichern und fanden, gestützt auf Paraden ihres sehr stark auftrumpfenden Keepers Anadin Suljakovic, besser in die Partie. Spielmacher Magnus Fredriksen fand plötzlich Lücken am Kreis, die Wetzlar auf verschiedene Weise nutzte, um bis zur 16. Minute auf 5:6 heranzukommen.  Domen Novak traf von der Siebenmeter-Linie. Zuvor war der Slowene schon einmal vom Punkt am starken Marin Sego im Göppinger Tor gescheitert, was den Wetzlarern danach noch zwei Mal passiert. Gleich drei Strafwürfe ließen die Mittelhessen in der 1. Halbzeit ungenutzt. Trotzdem warf dies das Team um Europameister Erik Schmidt nicht aus der Bahn.

Die Partie blieb im weiteren Verlauf ausgeglichen, auch weil Wetzlar über die sogenannte zweite Welle und Hendrik Wagner immer wieder Torgefahr ausstrahlte. Dem Rückraumspieler gelangen vor der Pause zwei leichte Treffer aus dem erweiterten Gegenstoß. Grundlage dafür war eine stabile Deckung sowie ein starker Anadin Suljakovic, der in der Schlussphase der ersten Hälfte sein Tor quasi vernagelte. So konnten die Gäste aus einem 8:10 bis zur Pause eine 11:10-Führung machen. Acht Sekunden vor der Halbzeitsirene traf Lukas Becher von der Siebenmeterlinie.

Nach dem Wechsel war es wieder Göppingen, das besser startete. Immer wieder fand das Team von Trainer Markus Baur spielerische Lösungen, während Wetzlar im Angriff Schwierigkeiten hatte. So war es Josip Sarac, der in der 36. Minuten nach einem Durchbruch die 14:12-Führung für die Schwaben erzielte.

Die EWS-Arena tobte und die Partie schien sich zu drehen, doch Wetzlar hielt dagegen und blieb, wie von den Trainern gefordert, im Kopf stabil. Hendrik Wagner und Domen Novak waren es, die mit ihren Treffern ausglichen. Wagner brachte die Gäste kurz später sogar mit einem Wurf ins leere Göppinger Tor in Führung (15:14, 39.).

Was sich daraufhin entwickelte, war Abnutzungskampf pur. Kampf, Emotionen und schöne Tore auf beiden Seiten. Mit dem ersten Momentum bei Göppingen. Auch weil das Wetzlarer Angriffsspiel immer wieder fehlerhaft war und allen voran Linkshänder Stefan Cavor, der nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Jovica Nikolic durchspielen musste, einen ganz schwachen Tag erwischt hatte. Dem Montenegriner unterliefen zahlreiche technische Fehler, die die Hausherren zu einfachen Gegenstoß-Toren nutzten.

Der flinke Till Hermann traf in der 48. Minute zum 21:18 für die Gastgeber und in der EWS Arena machte sich so langsam das Gefühl breit, dass es nur einen Sieger geben kann. Doch weit gefehlt!

Die Wetzlarer 6:0-Deckung rührte nun Beton an und der eingewechselte Till Klimpke brachte mehrfach die Finger an den Ball. Das Team aus Mittelhessen war „am Leben“ und kämpfte sich zurück. Auch dank Torjäger Lenny Rubin, der urplötzlich aufdrehte und drei wichtige Treffer hintereinander erzielte. Bereits in der 50. Minute war der Anschluss wieder hergestellt (21:22).

Fünf Minuten vor dem Ende war es wieder Rubin, der die Gäste sogar in Führung warf (25:24). Und als Stefan Cavor auf 26:24 erhöhte, gab es auf der Wetzlarer Bank kein Halten mehr.

Göppingen war unter Druck. Klimpke parierte den Wurf von Tobias Ellenbaek und der starke Rubin machte im Gegenzug den Deckel drauf. AUSWÄRTSSIEG! Der Wetzlarer Jubel kannte keine Grenzen.

„Wir haben uns da gut reingefuchst und am Ende verdient gewonnen“, bilanzierte Hendrik Wagner nach dem Schlusspfiff. „Das Wichtigste ist, dass wir wieder den Spaß zurückbekommen, im Training, auf der Platte. Wir müssen hart weiterarbeiten und sind realistisch genug, dass die vier Punkte Vorsprung kein Ruhekissen sind, vor allem weil Minden drei Spiele weniger hat zum jetzigen Zeitpunkt. Die spielen am Wochenende, da werden wir auf jeden Fall vor dem Bildschirm sitzen.“

Stenogramm:

Frisch Auf! Göppingen: Sego, Rebmann; Kneule, Duarte, Lindenchrone 4, Heymann, Sarac 3, Ellebaek, Blagotinsek, Schiller 9/6, Goller 3, Gulliksen, Hermann 2, Kozina 2, Malus 1, Schmidt 2.

HSG Wetzlar: T. Klimpke, Suljakovic; Nyfjäll 1, Kuzmanovski, Schmidt 2, Nikolic 1, Becher 2/2, Weissgerber, Schelker, Fredriksen 2, Pliuto, Wagner 4, Mellegard, Rubin 6, Novak 7/1, Cavor 3.

Schiedsrichter: Thomas Kern/Thorsten Kuschel – Zuschauer: 3.700.

Letztes Spiel

02.06.2024 - 16:30 Uhr
GETEC Arena

37 : 34

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