Zahlen lügen nicht
Bei all den Emotionen nach dem 28:27-Sieg der HSG Wetzlar im Hessenderby gegen die MT Melsungen stellt sich die Frage, warum die Wetzlarer Jungs ausgerechnet gegen die Nordhessen zwei Punkte eingefahren haben.
Wir haben ein bisschen in den Statistiken gewühlt und sind der Frage nachgegangen: Kann man ein Handballspiel, einen Sieg, mit Statistik erklären?
Es gab einige Punkte, in denen die MTM am Samstag besser war. Beispielsweise bei der Wurfquote (73% - 62%) oder der Quote der gehaltenen Bälle (24% – 18%). In der Anzahl der erfolgreich abgeschlossenen Angriffe hatte die HSG knapp die Nase vorn (55% – 53%) und die Wetzlarer Jungs leisteten sich weniger technische Fehler (9 – 13). Zudem ist die HSG als Team 2,6 Kilometer mehr gelaufen als Melsungen.
Der Spieler mit den meisten Pässen und dem meisten Ballbesitz war Melsungens Erik Balenciaga, dicht gefolgt von Magnus Fredriksen, Lenny Rubin, Stefan Cavor und Julius Kühn.
Den härtestens Wurf packte Lenny Rubin beim 15:14 in der 27. Minute aus. Mit 131,9 km/h knallte er die Kugel hinter MT-Torhüter Nebojsa Simic in die Maschen.
Die meisten Sprints liefen Youngster Phil Spandau (21) und Domen Novak (19), Melsungens Dimitri Ignatov lag bei 17. Der Beste in der maximalen Beschleunigung war Domen Novak mit 4,08m/s. Er war beim Sprung auch derjenige, der die längste Zeit in der Luft verbrachte (0,88 Sekunden), knapp vor Rasmus Meyer Ejlersen (0,87) und Melsungens Dainis Kristopans (0,85). Die meisten Sprünge machten Stefan Cavor (35), Lenny Rubin (32), Dainis Kristopans (29) und Magnus Fredriksen (27).
Die meiste Zeit auf dem Parkett verbrachte Stefan Cavor mit 57:30 Minuten, der zusammen mit Lenny Rubin und Rogerio Moraes die stattliche Anzahl von 23 Zweikämpfen zu bieten hat. Sie alle wurden nur von Melsungens Adrian Sipos getoppt, der 33 Mal in direkte Duelle verwickelt war.
Bleibt festzuhalten, dass die Wetzlarer Jungs in vielen Kleinigkeiten am Mittwoch die Nase vorn hatten. „In der Regel kannst du ein Spiel mit Statistik erklären“, sagte HSG-Trainer Frank Carstens. „Je deutlicher ein Sieg ist, desto klarer kann man das an Zahlen belegen. Mittlerweile werden eine Menge Parameter erfasst. Das ist ja nicht mehr so wie früher, wo man Glück hatte, wenn man die korrekte Zahl von Fehlwürfen und technischen Fehlern schon während des Spiels hatte, weil der, der den Statistikbogen ausfüllte, das gut konnte.“
Es gibt gewisse Kennzeichen, die erfüllt sein müssen und in der Regel gilt, wenn und je mehr davon erfüllt werden, desto wahrscheinlicher ist ein erfolgreiches Spiel. Zusammenfassend kann man sagen: Man kann ein Ergebnis mit Statistik erklären. „Aber keinen so knappen Sieg wie gegen Melsungen“, erklärte Carstens. „An dem Tag haben wir den Sieg mehr gewollt und uns mit hartem Kampf verdient.“









