Zur Pause ist schon alles entschieden
Die HSG Wetzlar hat in der Handball-Bundesliga das Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen deutlich mit 23:30 (9:16) verloren und es damit verpasst, eine Trendwende einzuleiten. Besonders bitter war für alle, die es mit den Grün-Weißen halten, dass die Partie schon nach 30 Minuten entschieden war. Zu deutlich war der Rückstand der Mittelhessen zur Pause.
Der Spielverlauf
Schon in den ersten Minuten war ersichtlich, dass sich die Hausherren in der Offensive enorm schwertaten. Jedes Tor mussten sich die Wetzlarer hart erarbeiten. Hinzukam: Wenn sie sich mal frei spielten, scheiterten sie oft an David Späth im Kasten der Löwen. Wieder einmal schwang sich der gegnerische Torhüter im Duell mit der HSG zu einer Top-Leistung auf. Auf 15 Paraden kam der deutsche Nationalkeeper bis zum Ende der Partie.
Nach acht Minuten hieß es 1:4 aus Sicht der Mittelhessen. Bis zum 6:8 (17.) blieben sie aber dran. Fast schon symptomatisch für die derzeit schwierige Situation waren die Minuten danach. Die Gäste spielten zu diesem Zeitpunkt ebenfalls nicht überzeugend. Anstatt zu verkürzten oder sogar auszugleichen, vergaben die HSG-Spieler aber die sich bietenden Chancen und leisteten sich zudem technische Fehler. Löwen-Coach Maik Machulla nahm eine Auszeit, justierte seine Schützlinge neu und setzte damit den Startpunkt für die beste Phase seines Teams. Angeführt von den beiden Linkshändern Edwin Aspenbäck und Lukas Sandell sowie Kreisläufer Jannik Kohlbacher enteilten die Badener. Beim 11:6 (21.) lagen fünf Tore zwischen beiden Teams, beim 14:8 (25.) waren es sechs und zur Pause sogar schon sieben Treffer. Im Grunde war die Partie damit entschieden.
Im zweiten Durchgang ließen die Löwen nichts mehr anbrennen. Dani Baijens erzielte das 20:10 in der 36. Minute. Es war das Ende eines 12:4-Laufs. Erst danach entwickelte sich wieder eine ausgeglichenere Partie. Positiv aus Sicht der HSG Wetzlar waren nach dem Seitenwechsel die Leistungen von Justin Müller und Lion Zacharias. Zusammen erzielte das Duo neun der insgesamt 14 HSG-Treffer im zweiten Durchgang. Als Jona Schoch zum 22:28 traf (54.), hatten die Gastgeber den Rückstand auf sechs Treffer verkürzt, näher kamen sie jedoch nicht mehr heran.
Das sagt Trainer Momir Ilic
„Leider war das Spiel schon nach der ersten Hälfte entschieden. Wir wussten, welche Qualität auf uns zukommt. Leider sind wir in den letzten zehn Minuten vor der Pause in ein schwarzes Loch gefallen. Wir haben Chancen vergeben und die Bälle zu leicht verloren. Das waren viel zu viele Fehler. Unsere Lage ist derzeit schwierig. Deswegen bedanke ich mich bei unseren Zuschauern für die Unterstützung heute. Das ist nicht selbstverständlich.“
Der Ausblick
Eine Woche hat die HSG Wetzlar nun Zeit, sich auf einen „Dreierpack“ innerhalb von sechs Tagen vorzubereiten. Am kommenden Donnerstag (4. Dezember) geht es zum TVB Stuttgart und am darauffolgenden Sonntag (7. Dezember) zur MT Melsungen, ehe am Mittwoch, dem 10. Dezember, um 20 Uhr das nächste Heimspiel ansteht. Dann empfangen die Grün-Weißen das Team der TSV Hannover-Burgdorf. Für diese Partie gibt es noch Sitz- und Stehplatzkarten – entweder online unter tickets.hsg-wetzlar.de oder auf der HSG-Geschäftsstelle in der Buderus Arena.
Das Stenogramm
Wetzlar: Suljakovic (6 Paraden), Hendawy (ab 39./3 Paraden) – Grahovac (2), Vistorop (4), Theiß, Simic, Ahouansou (1), Akakpo (1), Schoch (1), Weimer, Müller (4), Löwen, Zacharias (5/2), Cavor (3), Nafea (2).
Rhein-Neckar Löwen: Jensen (n.e.), Späth (15 Paraden) – Larson, Timmermeister, Nothdurft (1), Plucnar, Sandell (5), Heymann, Steenaerts, Móré, Groetzki (3), Thrastarson (6/2), Jaganjac, Baijens (3), Aspenbäck (6), Kohlbacher (6).
Schiedsrichter: Friedel/Herrmann (Leipzig/Zschorlau) – Zuschauer:3527 – Zeitstrafen: 4:4 Minuten.










