Zum Hauptinhalt springen

Erhoffter Wetzlarer Leistungsorkan nur ein laues Lüftchen!

HSG Wetzlar verliert zuhause gegen GWD Minden mit 25:27 – Ostwestfalen mit reiferer Leistung der verdiente Sieger

Bild: Oliver Vogler

Herber Dämpfer für die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar. Die Mittelhessen verloren am Abend das Heimspiel gegen den direkten Tabellennachbarn GWD Minden verdient mit 25:27 (13:17). Wetzlar fand einmal mehr vor den eigenen Fans nie richtig zu einem selbstbewussten Spiel. Immer wieder sorgten Fehlwürfe oder Abspielfehler dafür, dass die Grün-Weißen herbe Dämpfer und Stimmungskiller hinnehmen mussten. Allen vorn GWD-Schlussmann Malte Semisch machte den Hausherren das Leben schwer, der einmal mehr der Mindener Fels in der Brandung war.

Nach dem Auswärtssieg in Stuttgart herrschte bei den Anhängern der HSG Wetzlar großer Optimismus, dass der Knoten bei der eigenen Mannschaft endlich geplatzt sei. Über 4.200 Fans kamen in die Buderus Arena (darunter auch rund 80 Anhänger aus Minden), um das Team im Abstiegsgipfel zu unterstützen.

Zu Beginn der Partie zeigte sich direkt, welche Bedeutung dieses Spiel für beide Mannschaften hatte. Nach dem 1:0 durch Stefan Cavor in der 3. Spielminute dauerte es bis Minute sieben, ehe Mindens Luca Sebetic den Ausgleich markieren konnte. Danach nutzten die Gäste erstmals Gunst und Gelegenheit, nachdem Wetzlar einer von zwahlreichen Fehlwürfen von außen (Mellegard) oder technische Fehler (Rubin) unterliefen, um sich leicht abzusetzen. Rechtsaußen Tomas Urban war es, der Minden per Tempogegenstoß erstmals deutlicher mit 5:2 in Führung warf (11.).

Ein Drei-Tore-Vorsprung, den die geordnet aufspielenden Ostwestfalen bis zur 17. Minuten verwalten konnten. Mats Korte traf von linksaußen zum 8:5. Doch danach brachte vor allem Winter-Neuzugang Filip Kuzmanovski Belebung in Wetzlarer Angriffspiel, dass bis dahin viel zu statisch und ausrechenbar wirkte. Der Nord-Mazedonier riss wichtige Lücken, die im Anschluss Mellegard und zwei Mal Stefan Cavor nutzen konnten, um unter dem Jubel der Wetzlarer Fans zum 8:8 auszugleichen (19.).

Doch Minden ließ sich davon keineswegs beirren und wirkte gut eingestellt auf die 5:1-Deckung der Hausherren, denen allen voran Philipp Ahouansou enorme Kopfschmerzen bereitete. Die Leihgabe der Rhein-Neckar Löwen schnitt mit seinen pfeilschnellen Aktionen sprichwörtlich „wie das Messer durch die Butter“. Immer wieder kam der an diesem Abend indisponierte Lenny Rubin mindestens einen Schritt gegen den Mindener zu spät und bekam auch nur unzureichend Hilfe seiner Nebenleute.

Letztlich ging das Team von Trainer Frank Carstens nach einem „Buzzerbeater“ von Linkshänder Mathias Bitsch mit einer deutlichen und verdienten 17:13-Führung in die Kabinen.

Wetzlar hatte „Indianer“ Emil Mellegard schon vor dem Wechsel zurückbeordert und auf 6:0-Deckung umgestellt. Neu eingestellt kam das Team von Coach Hrvoje Horvat aus der Pause und erhielt durchaus frischen Wind. Minden machte Fehler oder schloss überhastet ab. Das nutzten die Mittelhessen, um durch Treffer von Rubin, Magnus Fredriksen und Domen Novak auf 16:17 zu verkürzen. Die grün-weißen Fans waren sofort angestachelt, die Lautstärke von den Tribünen gigantisch. Doch der erhoffte Wetzlarer Leistungsorkan blieb aus. Stattdessen wehte nur ein laues Lüftchen. Fehler ohne Ende! Und wenn Torchancen oder Siebenmeter herausgespielt wurden, dann knallte der Ball entweder gegen das Gebälk oder wurde zur Beute von GWD-Schlussmann Malte Semisch, dem starken Rückhalt seiner Mannschaft.

Minden musste keine außergewöhnlichen Taten vollbringen, sondern stabil in der Deckung stehen und auf die Fehler der Gastgeber lauern, um über Tore aus der ersten bzw. zweiten Welle oder gar auf´s leere Tor erfolgreich zu sein. Bis zur 50. Minute schraubten die Ahouansou, Darmoul & Co. so das Ergebnis auf 25:19 und sorgten somit für die Vorentscheidung.

Die Spieler von Trainer Hrvoje Horvat ließen früh die Köpfe hängen, was auch den Zuschauern hörbar missfiel. Im Gefühl des sicheren Sieges machten die Ostwestfalen dann leichte Fehler oder scheiterten am eingewechselten Geburtstagskind Till Klimpke im Wetzlarer Tor. So konnten die Mittelhessen das Ergebnis am Ende nach zwei Treffern von Filip Kuzmanovski und einem Tor von Domen Novak kosmetisch noch etwas besser gestalten.

Was aber auf Wetzlarer Seite blieb, war tiefe Enttäuschung – über die verpasste Chance, aber viel mehr über das eigene Auftreten, das geprägt von unnötigen Fehlern und mangender Effektivität im Abschluss war. Wie schon seit Wochen, wenn es heißt „Heimspiel in Wetzlar“.

Stenogramm:

HSG Wetzlar: T. Klimpke, Suljakovic; Nyfjäll, Kzumanovski 6/1, Schmidt, Nikolic, Becher, Weissgerber, Schelker, Fredriksen 1, Pliuto 4, Wagner, Mellegard 2, Rubin 4, Novak 3/1, Cavor 5.

GWD Minden: Semisch, Shamir; Hakaj 1, Janke, Kranzmann, Korte 3/1, Pieczkowski 1, Johannsson 1, Ahouansou 9, Pehlivan, Holpert, Staar, Sebetic 4, Bitsch 2, Urban 3, Darmoul 3.

Schiedsrichter: Martin Thöne/Marijo Zupanovic – Rote Karte: Hakaj (39., 3 x Zweiminuten-Strafe) – Zuschauer: 4.207.

Letztes Spiel

17.05.2024 - 19:00 Uhr
Rothenbach-Halle

21 : 23

Premium-Sponsoren

Hauptsponsor

Premium-Sponsoren


Co-Sponsoren

Gender-Hinweis

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verzichten wir auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d). Sämtliche Personenbezeichnungen gelten daher gleichermaßen für alle Geschlechter, denn die Heimat des Handballs grenzt nicht aus. Zuhause sind alle willkommen!