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„Endlich ein Sieg!“ HSG Wetzlar stößt Bock in Stuttgart um

Der TVB Stuttgart war und bleibt der Lieblingsgegner der Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar und kam für die Grün-Weißen offensichtlich gerade zur rechten Zeit. Die Mittelhessen gewannen am Sonntagnachmittag, nach zuvor neun Niederlagen in Serie, mit 30:28 (18:11) bei den Schwaben und stießen somit vor 5.141 Zuschauern „den Bock endlich um“, wie es HSG-Cheftrainer Hrvoje Horvat zuvor gefordert hatte.

Vor der Abreise nach Stuttgart mussten die Wetzlarer zunächst einen Rückschlag verkraften. Torhüter Till Klimpke fiel krankheitsbedingt aus. Dafür rückte der junge Keeper Leonard Grazioli in den Kader, der am Abend zuvor noch mit Hüttenberg gegen Eisenach siegreich gewesen war. Ansonsten hatten Coach Horvat alle Mann an Bord und für das Spiel das klare Ziel ausgegeben, den Aufwärtstrend aus dem Heimspiel gegen den Bergischen HC fortzusetzen.

Lautstark angefeuert von 70 mitgereisten Fans fanden die Gäste aus Mittelhessen gut ins Spiel und auch Torhüter Anadin Suljakovic brachte gleich seine Finger an ein paar Bälle. Angeführt von einem agilen Spielmacher Magnus Fredriksen sowie einem treffsicheren Rechtsaußen Domen Novak gingen die Grün-Weißen nach einem Tor von Stefan Cavor in der 9. Spielminute erstmals in Front. Der montenegrinische Nationalspieler war es zwei Minuten später auch, der zum 6:5 für sein Team traf. Eine Führung, die Wetzlar bis zum Spielende nicht mehr abgeben sollte.

Eine starke Phase zwischen der 14. und der 20. Minuten nutzten die in der 5:1-Abwehr stabil stehenden Mittelhessen um aus einem 8:6 ein 14:7 zu machen. Emil Mellegard traf von Linksaußen. Bis zu Halbzeit gaben die Gäste den Sieben-Tore-Vorsprung nicht mehr aus der Hand, was auch daran lag, dass im Angriff viel zusammenpasste und nach geduldigem Spiel zumeist die notwendige Lösung für einen klaren Torabschluss gefunden werden konnte. Mit einer 18:11-Führung gingen die Domstädter, die ebenso durch eine extrem positive Körpersprache imponierten, in die Kabinen.

Nach dem Wechsel brachte Stuttgart Torhüter Silvio Heinevetter zwischen die Pfosten, der gleich mal einen Strafwurf von Domen Novak und einen Gegenstoß von Emil Mellegard parierte. Die Porsche Arena erwachte, aber Wetzlar ließ sich davon nicht beirren. In der Defensive sorgten entweder Ballgewinne der leichtfüßigen Abwehr oder Paraden des starken Suljakovic für wichtige positive Momente und im Angriff waren es zumeist die Rückraumschützen Lenny Rubin, Stefan Cavor, Filip Kuzmanovski und Magnus Fredriksen, die einfache Tore erzielen konnten.

Flüchtigkeitsfehler in Schlussphase einziger Makel einer tollen Teamleistung

Wetzlar transportierte die Sieben-Tore-Führung bis in die 52. Spielminuten und sah wie der klare Gewinner aus. Kaum ein Zuschauer rechnete damit, dass die Partie noch einmal eng werden könnte. Doch im Gefühl des sicheren Sieges schlichen sich Flüchtigkeitsfehler ins Wetzlarer Spiel ein. Dazu kamen unnötige Zweiminutenstrafen für die Routiniers Erik Schmidt und Filip Kuzmanovski. Stuttgart setzte nun alles auf eine Karte und spielte bei Stand von 24:30 (57.) eine offene Manndeckung. Dies schmeckte Wetzlar so gar nicht. Unnötige Ballverluste en masse waren die Folge, so dass sich die Gastgeber und dem Jubel der blau-weißen Fans bis zum Schlusspfiff noch bis auf 28:30 herankämpfen konnte.

Doch dann war Schluss und die Wetzlarer Spieler fielen in einer grün-weißen Jubeltraube übereinander her, sprangen im Kreis und ließen sich anschließend von ihren mitgereisten Fans feiern. „Endlich ein Sieg. Endlich“, sprudelte es aus Kapitän Henrik Wagner heraus.

„Wir sind unheimlich froh über diese wichtigen zwei Punkte. In den letzten drei Minuten hat es sich gezeigt, wie schwierig das für eine Mannschaft ist, nach einer solchen Negativserie den Sack zu zumachen“, so Coach Horvat nach dem Spiel. „Wir waren nach so vielen Niederlagen hintereinander in einer schwierigen Situation, sportlich wie psychisch. Dann ist es nicht vor einer solchen Kulisse und einen selbstbewussten Gegner wie Stuttgart anzutreten, aber wir haben das heute wirklich toll gemacht. Ich muss der Mannschaft ein großes Kompliment machen. Sie haben heute alle ein großes Herz gezeigt und von Anfang an alle an den Sieg geglaubt. Dazu hat uns diese tolle 5:1-Deckung den Erfolg gebracht. Ich kann uns allen nur gratulieren.“

Stenogramm:

TVB Stuttgart: Heinevetter, Vujovic; Häfner 3, Serrano Vilalobos, Fernandez Jimenez 1, Hanusz 4, Lönn 4, Röthlisberger, Nicolaus 1, Forstbauer 1, Laube, Zieker 3, Müller, Pfattheicher 10/3, Maric 1, Sliskovic.

HSG Wetzlar: Suljakovic, Grazioli; Nyfjäll, Kuzmanovski 2, Schmidt 2, Nikolic 1, Becher 1, Weissgerber, Schelker, Fredriksen 3, Pliuto, Wagner, Mellegard 4, Rubin 4, Novak 7/3, Cavor 5.

Schiedsrichter: Steven Heine/Sascha Standke. – Rote Karte: Kuzmanovski (59., dritte Zeitstrafe). - Zuschauer: 5.141.

Nächstes Spiel

18.04.2024 - 19:00 Uhr
EWS Arena

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